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Irisch Éire, Republik in Westeuropa auf der gleichnamigen Insel, 70 284 km², 4,04 Mio. Einwohner, Hauptstadt Dublin, Amtssprachen Englisch und Irisch.

Land und Leute

Die "grüne Insel" ist in weiten Teilen eine eiszeitliche Moränenlandschaft mit nach Westen ansteigendem Hügel- und im Südwesten Gebirgsland (bis 1 041 m). Es herrscht vom Golfstrom geprägtes ozeanisches Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern, das in den Bergtälern Laubwälder gedeihen lässt und auf den ausgedehnten Wiesen und Weiden erfolgreiche Viehzucht ermöglicht. Das fast ausschließlich von katholischen Iren dünn besiedelte Land lebt außerdem vom Anbau von Braugerste, Hackfrüchten und Getreide. Neben der Landwirtschaft spielt geringer Bergbau im Westen eine Rolle, die Industrie liefert v. a. Textilien, Transportausrüstungen, Maschinen u. a. Seit Eintritt in die Europäische Union haben ausländische Investitionen zu Strukturverbesserungen geführt.

Geschichte

Die Insel Irland war keltisch besiedelt, als der Heilige Patrick im 5. Jh. das Christentum brachte, das von irischen Klöstern aus wieder auf das europäische Festland zurückwirkte. Im 12. Jh. begann die englische Vorherrschaft, die seit dem 16. Jh. zum Dauerkonflikt zwischen den katholischen Iren und den anglikanischen Briten führte, der noch heute in Nordirland zahllose Opfer fordert. Erst gegen Ende des 18. Jh. bequemte sich England zu Zugeständnissen. Dennoch wuchs die irische Unabhängigkeitsbewegung der Fenier, die im Gegensatz zu den Anhängern eines "Homerule" (Selbstregierung) die Lösung von London auch mit Gewalt propagierten. Im 1. Weltkrieg sahen sie eine Chance und erhoben sich 1916, doch ihr Aufstand wurde blutig unterdrückt. 1921 gewährte London die Unabhängigkeit im Rahmen des Commonwealth, allerdings unter Abtrennung der mehrheitlich protestantischen Gebiete in Ulster. 1932 kam Nationalisten-Führer Eamon de Valera an die Macht, der mit London brach, dem Land den Namen Éire gab und im 2. Weltkrieg neutral blieb. 1949 löste sich Irland auch aus dem Commonwealth und wurde Republik. Sie arrangierte sich mit London in der Nordirlandfrage und fand den Weg in die EU (1973), was zu einer Dämpfung der politischen Turbulenzen führte. Seitdem hat sich Irland von einer im Wesentlichen landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft in den "keltischen Tiger", eine moderne, technisch hoch entwickelte Wirtschaft, verwandelt.